Kantonsschule Wattwil muss überleben

veröffentlicht am Donnerstag, 09.01.2014

Südostschweiz Ausgabe Gaster/See

PDF: Kantonsschule Wattwil muss überleben


Macht es wirklich Sinn, die Kanti von Wattwil nach Rapperswi-Jona oder Uznach zu verlegen? Was ist die Motivation dahinter? Ein regionalpolitisches Motiv, welches der Gegenseite zum Vorwurf gemacht wird? Einzig das Argument des kürzeren Weges kann nicht genügen!
Das Einsparen von täglich 80 Minuten erscheint ein sehr hoher Wert, den schwer nachzuvollziehen ist, wenn die Berechnungen ab Bahnhof Rapperswil aufgrund der Zugsverbindungen mit anschliessendem Weg zur Schule nachgerechnet wird. Der Weg zum Bahnhof bleibt immer der Gleiche. Das Argument der Trainingsmöglichkeiten erscheint gewichtiger!
Das Überleben der Kanti Wattwil, welche einen sehr guten Ruf besitzt, ist mehr als in Frage gestellt, wenn im Bezirk See-Gaster eine Kantonsschule entstünde, da ein Grossteil der Schülerinnen und Schüler aus unserer Gegend stammen. Es gilt deshalb auch zu überlegen, was für die Beibehaltung der Kanti in Wattwil spricht.
1. Es ist erwiesen, dass die ländlichen Gebiete eine wesentlich reduziertere Maturaquote aufweisen, als städtische Gebiete. Das ist nicht nur mit der unterschiedlichen Haltung der Eltern zu begründen, sondern auch die gute Erreichbarkeit für etwas abgelegener Orte ist ein wesentliches Argument. Es bestünde demnach die Gefahr der zusätzlichen Benachteiligung für Schülerinnen und Schüler aus ländlichen Gebieten.
2. Die bei anderer Gelegenheit hochgehaltene Förderung der ländlichen Gegenden um Abwanderungen entgegen zu wirken, scheint völlig vergessen zu gehen.
3. Auch durch die Kantonsschule Wattwil bleibt die ländliche Gegend attraktiv. Gutgebildete Lehrkräfte haben Wohnsitz in der Gegend und zahlen Steuern,
4. Kulturelle Anlässe finden auch vor Ort statt
5. und nicht zuletzt profitiert das örtliche Gewerbe in vielfältiger Weise.
Die Tendenz alles zu zentralisieren erscheint mir nicht förderungswürdig. Es müsste schon sehr viel mehr als die Zeit für den Weg gegen Wattwil sprechen, um den Standort zu ändern. Die Kantonsschule ist mit dem Einstieg ins Berufsleben zu vergleichen. Mancher Lehrling muss täglich weitere Wege in Kauf nehmen, ohne dass dies in Frage gestellt wird. Als Arbeitnehmer wird man vom Staat sogar zu einem Aufwand von zwei Stunden pro Weg d.h. also von 4 Stunden täglich verpflichtet! Was also spricht sonst noch gegen Wattwil?


Kantonsschule Wattwil muss überleben (Donnerstag, 09.01.2014)

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