Kanti-Politik mit Chilbi verwechselt

veröffentlicht am Freitag, 20.06.2014

Toggenburger Tagblatt

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Kanti-Politik mit Chilbi verwechselt

Gelegentlich verwechseln besonders eifrige Politiker die Politik mit einem verbissenen Chilbi-Schiessen. Dieser Speerspitz nimmt deshalb ausnahmsweise eine Medienmitteilung aus dem Linthgebiet aufs Korn. Schliesslich ist der Toggenburger Hausberg auch vom Linthgebiet aus gut sichtbar.

Hansruedi Kugler

Gelegentlich verwechseln besonders eifrige Politiker die Politik mit einem verbissenen Chilbi-Schiessen. Dieser Speerspitz nimmt deshalb ausnahmsweise eine Medienmitteilung aus dem Linthgebiet aufs Korn. Schliesslich ist der Toggenburger Hausberg auch vom Linthgebiet aus gut sichtbar. Die dortige Regionalorganisation kritisiert in ihrer jüngsten Medienmitteilung die Regierung wegen deren Kanti-Standortentscheid für Wattwil. Das erstaunt nicht, denn seit Monaten sind Linth-Politiker mit einem Dauer-Lobbying für eine Kanti Linth aktiv. Deren Hauptkritikpunkt lautet nun, die Regierung habe die Resultate ihrer in Auftrag gegebenen Studie von Wüest+Partner ignoriert. «Ohne das Ergebnis zu würdigen, hält die Regierung am Kantonsschul-Standort Wattwil fest», schreibt die Regionalorganisation.

Wer in den letzten Wochen Zeitung gelesen hat, staunt: Denn in der internen Standortanalyse des Baudepartements wurden 16 Standorte geprüft, davon zwei in Rapperswil und fünf in Uznach. Das Resultat: Einzig auf dem Rietstein-Areal in Wattwil sei eine Campus-Lösung mit dem BWZT möglich, die Entstehungs- und Betriebskosten lägen am tiefsten und der Standort sei aus dem ganzen Einzugsgebiet sehr gut erreichbar. Die Resultate der Studie Wüest+Partner, die eine minimale Fahrzeitreduktion für den Standort Uznach ausgewiesen hat, sei bloss eine Studie unter mehreren gewesen, in der Gesamtbetrachtung schwinge Wattwil obenaus, lautete das klare Verdikt der Regierung.

Wie viel Unfug darf man als Regionalpolitiker und Parlamentarier öffentlich äussern? Die Redefreiheit erlaubt natürlich sehr vieles. Bloss: Soll man als Parlamentarier Fakten ignorieren, um so wirkungsvoller rhetorisch auf den politischen Widersacher oder auf die Regierung zu prügeln? Unfug bleibt nämlich Unfug, auch wenn man ihn stetig wiederholt. Sicher ist: Die eigene Glaubwürdigkeit erhöht man garantiert nicht, wenn man die Politik mit einem Chilbi-Schiessen verwechselt.


Kanti-Politik mit Chilbi verwechselt (Freitag, 20.06.2014)

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