Mit Zahlungen ist der Region nicht geholfen

veröffentlicht am Dienstag, 25.02.2014

St. Galler Tagblatt Online


Am Montag haben Vertreter der Arbeitgebervereinigung Toggenburg der Kantonsregierung einen offenen Brief überreicht. Sie wehrt sich dagegen, dass Vertreter aus dem Linthgebiet einen neuen Standort für die Kantonsschule im Linthgebiet vorschlagen. Ruedi Bannwart, Präsident der Arbeitgebervereinigung Toggenburg ART, erläutert die Beweggründe.

Warum hat die Arbeitgebervereinigung Toggenburg einen offenen Brief an die Regierung geschrieben?

Damit bitten wir die Regierung, klar Stellung zum Kantonsschulstandort Wattwil zu beziehen. Dieser Schritt wurde nötig, weil die öffentliche Diskussion rund um den Standort der Kantonsschule wieder entflammt ist. Wir drücken in diesem Brief auch klar unsere Unterstützung für die Kantonsschule im Toggenburg aus.

Wie hat die Regierung reagiert?

Vertreter der ART haben diesen Brief am Montag der Regierung überreicht. Bisher haben wir keine Antwort erhalten, wir erhoffen uns aber eine. Zudem haben wir den offenen Brief an der Session an die Kantonsräte abgegeben. Wir möchten erreichen, dass die Politiker bald klar Stellung beziehen, denn es mag keine Verzögerung mehr leiden. Zudem möchten wir, dass die Debatte wieder etwas mehr solidarisch und politisch geführt wird. Zurzeit wird die Diskussion sehr emotional geführt, was der Sache nicht dienlich ist.

Warum ist die Kantonsschule wichtig für das Toggenburg?

Für die Region Toggenburg hat die Kantonsschule Wattwil eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung. Die ist viel grösser als im Linthgebiet. Gerade wenn wir Arbeitsplätze besetzen müssen, ist die Nähe zu den Bildungsstätten ein Argument. Der Bildungsstandort Wattwil ist auch ein Zeichen für die Regionalpolitik, wie sie der Kanton St. Gallen seit 200 Jahren verfolgt. Während in Wattwil die Kantonsschule steht, hat das Linthgebiet die Hochschule bekommen und bald einmal zusätzlich ein Forschungszentrum. Bei diesem Vorhaben und der entsprechenden Abstimmung war das Toggenburg ganz klar solidarisch. Dazu kommt, dass die Kantonsschule in Wattwil sehr zentral liegt und von überall in etwa derselben Zeit zu erreichen ist. Wäre sie im Linthgebiet, müsste ein Schüler aus dem Obertoggenburg einen sehr weiten Schulweg auf sich nehmen. Ich stelle fest, dass die Solidarität zwischen den reicheren und den ärmeren Regionen nicht mehr so stark ist. Diese sind zwar gewillt, Ausgleichszahlungen zu leisten. Damit allein ist einer strukturschwachen Region wie dem Toggenburg aber nicht geholfen.

Plant die ART weitere Aktionen?

Die ART plant im Moment nichts weiter. Wir warten nun die Antwort der Regierung ab. Es ist gut möglich, dass noch weitere Gruppierungen Aktionen durchführen. (sas)


Mit Zahlungen ist der Region nicht geholfen (Dienstag, 25.02.2014)

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