Standort Nuolen soll aufgelöst werden

veröffentlicht am Samstag, 27.09.2014


Kommentar zur Entscheidung der Regierung des Kantons Schwyz

Standort Nuolen soll aufgelöst werden

Die Regierung des Kantons Schwyz informierte diese Woche über die Zukunft der Kantonsschule Ausserschwyz. Momentan verfügt die Schule über zwei Standorte, je einen in Pfäffikon und Nuolen. Die Gebäude sollen durch einen Neubau in Pfäffikon ersetzt werden (bzw. „Für Nuolen können neue Lösungen gesucht werden“ wie es etwas beschönigend im Handout der Regierung heisst). Man darf sich fragen, warum man sich als Person aus dem Kanton St. Gallen für die Zukunft der Kantonsschule Ausserschwyz interessieren sollte; es ist ja nicht so, dass etwa die Kanti Wattwil zu wenig Diskussionsstoff bieten würde.

Der Entscheid der Regierung des Kantons Schwyz birgt ein Problem für die Kanti Wattwil. Der Neubau in Pfäffikon würde Platz für „eventuelle ausserkantonale Bedürfnisse“ von rund 100 Schülerinnen und Schülern bieten (neben den 45 bereits eingeschriebenen Schülerinnen und Schülern). Das dürfte die Möglichkeit des Transfers von Schülerinnen und Schülern der Kanti Wattwil nach Pfäffikon begünstigen. Es mutet seltsam an, dass diese Idee überhaupt in Erwägung gezogen wird. Alle Personen, die sich zur gesamten Kantidiskussion öffentlich vernehmbar äusserten, haben aus vernünftigen Gründen elementare Vorbehalte gegen diesen Schülertransfer. Einzige Ausnahme bleibt Regierungsrat Benedikt Würth aus Rapperswil-Jona, dessen regierungsinternes Wirken nur wegen einer Amtsgeheimnisverletzung öffentlich wurde und für Dritte nur mit rein egoistischen Motiven erklärbar scheint. Insbesondere auch Personen aus dem Linthgebiet wollen die Bildungschancen zukünftiger Generationen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, da nur ein Teil der Schülerinnen und Schüler ausserkantonal beschult würde, was aber die Bildungsqualität der Kanti Wattwil insgesamt und dauerhaft beschädigen dürfte.

Mit der Entsendung von Schülerinnen und Schülern nach Pfäffikon würde sich der Kanton St. Gallen zudem abhängig machen von demokratischen Entscheiden im Kanton Schwyz. Etwa stösst die geplante Schliessung des Standorts Nuolen bei der dortigen Bevölkerung nicht auf Wohlwollen. Ist die Planung eines Neubaus in Wattwil überhaupt möglich, solange der Schülertransfer nach Pfäffikon noch auf Schwyzer Seite scheitern könnte?

Nebenbei: Die Regierung des Kantons Schwyz stellt für die Kanti Ausserschwyz fest: „Mit einer Grösse von insgesamt 520 Schüler gilt die Schule im schweizerischen Vergleich als eher klein. Die Idealgrösse einer Mittelschule liegt zwischen 500 und 900 Schüler.“ – Warum sollte der Kanton St. Gallen das unterschreiten dieser Idealgrösse in Wattwil ohne Not in Kauf nehmen?

Ivan Louis, Nesslau SG

 

Handout Pressekonferenz (PDF)

Neubau für die Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon geplant

Etappierte Zusammenführung der beiden Standorte in Pfäffikon - Nuolen wird frei für neue Nutzung

(Stk/i) Die Kantonsschule Ausserschwyz mit den Standorten Pfäffikon und Nuolen soll in einem Neubau auf dem bestehenden Areal in Pfäffikon zusammengeführt werden. Der Neubau dient als Ersatz für das mit vertretbarem Aufwand nicht mehr zu sanierende Schulgebäude in Pfäffikon. Da gleichzeitig hohe Sanierungskosten für die Schulgebäude in Nuolen anfallen, ist der Zeitpunkt für die Zusammenlegung aus finanziellen und schulischen Gründen gegeben.

Die Kantonsschule Ausserschwyz (KSA) wird an den zwei Standorten Pfäffikon und Nuolen geführt. Die geplante Mensa mit Mehrzwecksaal in Pfäffikon und vor allem der grosse Sanierungsbedarf der Schulgebäude an beiden Standorten haben in den vergangenen Jahren eine intensive Diskussion über die Zukunft der KSA ausgelöst.

Neubau in Pfäffikon unumgänglich
Eine detaillierte Zustandsanalyse der Bausubstanz des Schulgebäudes in Pfäffikon hat gezeigt, dass der Gebäudezustand derart schlecht ist, dass eine Gesamtsanierung mit vernünftigem Aufwand nicht mehr vertretbar ist. Es mussten sogar Sofortmassnahmen umgesetzt werden, um Mängel bei der Statik und beim Brandschutz zu beheben. Eine mit der gleichen Methodik bei den drei Schulgebäuden am Standort Nuolen durchgeführte Zustandsanalyse zeigt ebenfalls einen erheblichen Sanierungsbedarf, wenn der Schulbetrieb auch in Zukunft weitergeführt werden soll.

Neubau bietet bei gleicher Investitionssumme einen erheblichen Mehrwert
Aufgrund dieser Ausgangslage haben das Baudepartement und das Bildungsdepartement zusammen mit der Schulleitung der KSA grundsätzliche Überlegungen zur Zukunft der Kantonsschule Ausserschwyz angestellt. Eine im Auftrag des kantonalen Hochbauamts durchgeführte Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass die Zusammenführung der beiden Schulstandorte in einem Neubau in Pfäffikon weniger kostet, als eine aufwendige Sanierung der bestehenden Gebäude und damit die Weiterführung beider Standorte. Zudem bietet ein Neubau die Möglichkeit, von Grund auf eine neue und zweckmässige Schule zu planen und zu realisieren. In einer ersten Etappe soll der Ersatzneubau Pfäffikon gebaut werden. Anschliessend kann das bestehende Schulhaus Pfäffikon abgebrochen und an dessen Stelle der Neubau für die Integration des Standorts Nuolen realisiert werden. Dieser Neubau kostet etwas weniger als die aufwendige Sanierung der drei Schulgebäude in Nuolen. Dieses Vorgehen bietet die Möglichkeit, den Schulbetrieb an beiden bestehenden Standorten bis zum Bezug der Neubauten uneingeschränkt weiterzuführen; auf den Bau teurer Provisorien kann so verzichtet werden.

Integration von Nuolen in zehn Jahren
Die vorliegende Machbarkeitsstudie dient als Grundlage für die weitere Planung. Für die konkrete Ausgestaltung des Neubaus wird ein Projektwettbewerb durchgeführt. Die für die Projektierung und für den Bau notwendigen Kredite werden dem Kantonsrat zur Genehmigung vorgelegt. Läuft alles nach Plan, kann der Ersatzbau für den Standort Pfäffikon im Jahr 2021 bezogen werden, die Fertigstellung der zweiten Etappe und damit die Integration von Nuolen ist im Jahr 2024 vorgesehen. Die Führung der Kantonsschule Ausserschwyz an einem Standort bietet neben betriebswirtschaftlichen auch schulische Vorteile: das Angebot an Wahlfächern kann konzentriert und verbessert werden, die Klassen lassen sich besser einteilen, Schülertransporte entfallen, die Stundenplangestaltung wird einfacher und grössere gemeinsame Anlässe können in eigenen Räumlichkeiten durchgeführt werden.

Neue Möglichkeiten für den Standort Nuolen
Die in der Machbarkeitsstudie errechneten Kosten werden im Verlauf der weiteren Planung verfeinert und konkretisiert. Die vorliegenden Zahlen zeigen indes die Vorteile einer Zusammenführung an einem Standort. Würde der Neubau für den Standort Pfäffikon realisiert und gleichzeitig Nuolen saniert und als eigenständiger Schulstandort weitergeführt, muss  mit Gesamtkosten von rund 105 Mio. Franken gerechnet werden.

Ein gemeinsamer Neubau für beide Schulstandorte in Pfäffikon kommt auf rund 102 Mio. Franken zu stehen. In dieser Summe sind aber erhebliche Mehrleistungen wie eine zusätzliche Dreifachturnhalle und eine Autoeinstellhalle inbegriffen. Die Machbarkeitsstudie zeigt auch auf, dass bei einer Zusammenlegung Räume für schulnahe Verwaltungseinheiten und Raumoptionen für rund 100 ausserkantonale Schüler integriert werden können. Diese Optionen sind in den Gesamtkosten eingerechnet. Zudem entfallen die Kosten für den Betrieb an zwei Standorten (ca. 0.5 Mio. Franken/Jahr). Dank der geplanten Raumkonzeption können bestehende Mietlösungen aufgehoben werden und ausserhalb der Schulzeiten kann die Autoeinstellhalle vermietet werden. Nach der Überführung des Standortes Nuolen steht zudem das ganze Areal für eine neue Nutzung, welche im Verlauf des anstehenden Planungsprozesses zu definieren ist, zur Verfügung.

Öffentlicher Informationsanlass
Damit sich die Bevölkerung aus erster Hand über die geplanten Bauvorhaben der Kantonsschule Ausserschwyz informieren kann, ist am Mittwoch, 22. Oktober 2014, 19.00 Uhr, ein öffentlicher Informationsanlass in der Aula der Kantonsschule in Pfäffikon vorgesehen.

Das geplante Vorgehen
Der Regierungsrat hat auf der Grundlage einer Machbarkeitsstudie den Entscheid gefällt, auf dem bestehenden Areal der Kantonsschule in Pfäffikon einen Neubau zu erstellen und die beiden Standorte Pfäffikon und Nuolen zusammenzuführen. Der Terminplan rechnet mit den folgenden Planungsschritten:

  • 1. Quartal 2015: Projektierungskredit Regierungsrat/Kantonsrat
  • 2.-4. Quartal 2015: Projektierungswettbewerb
  • 2016: Vorprojekt/Bauprojekt
  • 2017: Baukredit
  • 2018: Ausführungsplanung
  • 2019: Baubeginn 1. Etappe (Ersatz Schulgebäude Pfäffikon)
  • 2021: Bezug 1. Etappe
  • 2022: Baubeginn 2. Etappe (Ersatz Schulgebäude Nuolen)
  • 2024: Bezug 2. Etappe und Integration Nuolen

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