Medienmitteilung Kanti Wattwil: Bedenken der Bevölkerung sollen der Regierung mit einer Briefaktion dargelegt werden


Bedenken der Bevölkerung sollen der Regierung mit einer Briefaktion dargelegt werden

Viel negative Schlagzeilen musste die Regierung des Kantons St. Gallen wegen ihrem Verhalten in der Diskussion um den Kantistandort im Einzugsgebiet Linth-Toggenburg über sich ergehen lassen. Die Kritik war in zahlreichen Aspekten gerechtfertigt – das Vorgehen der Kantonsregierung war vielfach intransparent, inkonsequent und mitunter dilettantisch. Die diversen Untersuchungen im Falle der Amtsgeheimnisverletzung wirken wie ein Ablenkungsmanöver. Der nachweislich seriös gefällte definitive Standortentscheid wurde durch kommunikative Fehlleistungen überschattet.

 

Auslagerung von Schülerinnen und Schülern nach Pfäffikon

In den letzten Tagen kam neue Verwirrung auf. Der Kanton Schwyz plant in Pfäffikon einen Neubau der Kanti Ausserschwyz. Dabei sollen zwei Standorte vereint werden. Die neue Kanti würde Platz für 100 Schülerinnen und Schüler für ausserkantonale Bedürfnisse bieten. Wie im Nachgang bestätigt wurde, könnte diese Zahl auch bis auf 300 Personen erhöht werden. Zwischen den Zeilen muss man vermuten, dass bereits ein Vorentscheid über die Auslagerung von St. Galler Schülerinnen und Schüler nach Pfäffikon SZ getroffen wurde.

Eine solche ausserkantonale Beschulung ist aber nicht im Interesse der St. Galler Bevölkerung. Bereits kurzfristig dürfte dadurch eine finanzielle Mehrbelastung auf den Kanton zukommen, da für jede entsendete Schülerin und jeden entsendeten Schüler ein jährliches Schulgeld bezahlt werden muss. Dieses Schulgeld kostet im Regelfall mehr als die innerkantonale Beschulung. Aber auch mittel- und langfristig überwiegen die Nachteile einer ausserkantonalen Beschulung. Durch die Auslagerung von Schülerinnen und Schülern nach Pfäffikon gingen Stellen für Lehrpersonen in Wattwil verloren. Die Kanti Wattwil dürfte durch die Auslagerung aber vor allem eine kritische Grösse unterschreiten. Das würde bedeuten, dass beispielsweise nicht mehr alle Schwerpunktfächer angeboten werden könnten. Auch bei Neben- und Freifächern wären die Auswirkungen fatal. Darunter leidet die Bildungsqualität enorm.

 

Briefaktion gegen Schülerauslagerung

Für die Initianten der Petition für die Kanti Wattwil, Ivan Louis und Esther Meier, ist es aus diesen Gründen nicht nachvollziehbar, weshalb die Regierung die ausserkantonale Beschulung von Schülerinnen und Schülern für prüfenswert hält. Es wirkt, als ob die Regierung völlig immun gegen die fundierten Bedenken aus der Bevölkerung sei. Die beiden ehemaligen Kantischüler haben deshalb auf www.bildung-toggenburg.ch eine Briefaktion gestartet. Die Besucher der Webseite können ihre persönliche Meinung zu den aktuellen Querelen in der Kantidiskussion anbringen. Die Webseite generiert daraus automatisiert einen Brief, den die Regierung auf dem Postweg erhält. Ivan Louis und Esther Meier hoffen, dass die Nachteile einer Auslagerung von Schülerinnen und Schülern nach Pfäffikon in der Kantonsregierung durch diese Briefaktion die notwendige Berücksichtigung finden.


Medienmitteilung Kanti Wattwil: Bedenken der Bevölkerung sollen der Regierung mit einer Briefaktion dargelegt werden (Sonntag, 05.10.2014)

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