Linthgebiet profitierte von Regionalpolitik

veröffentlicht am Freitag, 28.02.2014

Toggenburger Tagblatt

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«Wattwil zentral im Einzugsgebiet» Ausgabe vom 19. Februar 2014

Ich erinnere mich immer gerne, wie ich als Kind schon im Kinderzoo in Rapperswil war, mit der ganzen Familie im Linthgebiet zum Velofahren ging, wie ich in Rapperswil zu einem guten Nachtessen am Hafen war, wie viele Male ich schon an der Hochschule war, um etwas zu besprechen.

Das Linthgebiet prosperiert, nur war das schon immer so? Auch das Linthgebiet hat schlimme Zeiten durchgemacht, damals war man auch froh, hat der Staat mitgeholfen, indem man Regionalpolitik betrieb. Linthkanal und Linthkorrektur wurden auch nicht nur von den Gemeinden und den Einwohnern des Linthgebietes bezahlt. Heute prosperiert diese Region, gute Anbindung an den Wirtschaftsmotor Zürich, wunderschöne Landschaft, mit einem See, der seinesgleichen sucht. Das Linthgebiet und die Stadt Rapperswil-Jona profitieren auch vom natürlichen Segen der Natur.

Der Kanton St. Gallen betreibt seit rund 200 Jahren eine Regionalpolitik, bei der auch das Linthgebiet immer seinen Teil abbekommen hat. Durch diese ausgeglichene Regionalpolitik wurde bei der Vergabe der Kanti nach Wattwil, dem Linthgebiet, mit der Hochschule Rapperswil ein Ausgleich angeboten. Nur das vergisst man heute vielfach.

Es ist leider so, dass diese bewährte Regionalpolitik, die den Regionen auch Chancen gibt, selber zu wachsen, durch Eigeninteressen untergraben wird. Macht es denn Sinn, wenn man strukturschwachen Regionen diese Chancen verwehrt und ihnen im Gegenzug ungleich mehr Ausgleichszahlungen bezahlt. Im Linthgebiet gute und qualifizierte Arbeitskräfte zu bekommen, ist einfacher als im Toggenburg. Ungleich schwerer wird es, wenn einer Region, deren Steuern höher sind, deren Ressourcen knapper bemessen sind, auch noch die Bildungsmöglichkeiten entzogen werden. Ein Plus weniger in der schon schiefen Rechnung.

Stärkere Regionen wachsen und schwächere werden schwächer gemacht. Macht es nicht Sinn, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, anstatt Almosen zu verteilen? Wir als Toggenburger möchten selbständig wachsen, durch eigene Kraft, nur ist das schwierig, wenn man versucht, für uns wirtschaftlich relevante Institutionen aus dem Tal zu nehmen.

Fragen Sie die ehemaligen Schüler von Wattwil, egal ob hüben oder drüben. Sie werden erstaunt sein, wie viele die Kanti in Wattwil genossen haben. Das Linthgebiet ist stark und schön, lasst den Kanton seine bewährte Politik weiterführen und belässt den Standort in Wattwil. Eine geplante Campuslösung in Wattwil macht Sinn und ist von Vorteil, auch für das Linthgebiet. Zudem bleibt die viel angesprochene Solidarität erhalten.

Ruedi Bannwart, Präsident
Arbeitgebervereinigung
Region Toggenburg, Rotenbach,
9620 Lichtensteig


Linthgebiet profitierte von Regionalpolitik (Freitag, 28.02.2014)

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