St. Galler Kantonsräte sind online fitter als ihre Thurgauer Kollegen

veröffentlicht am Dienstag, 12.01.2016

wahlhelfer.ch

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Erhebung von wahlhelfer.ch

St. Galler Kantonsräte sind online fitter als ihre Thurgauer Kollegen

Der Kanton St. Gallen hat das Online-Duell mit seinem Nachbarkanton Thurgau gewonnen. St. Galler Kantonsräte sind auf allen Ebenen der Online-Kommunikation, teilweise mit einer hauchdünnen Mehrheit, teilweise mit grossem Vorsprung, aktiver als ihre Thurgauer Kollegen. Die fleissigsten Online-Wahlkämpfer stammen aus den Reihen der SVP und der CVP. Die Thurgauer SVP-Grossrätin Diana Gutjahr und der St. Galler CVP-Mann Thomas Ammann gehen aus der Auswertung von Wahlhelfer.ch als Online-Königin und Online-König hervor.

In den Kantonen St. Gallen und Thurgau werden am 28. Februar 2016 beziehungsweise am 10. April 2016 die Parlamente neu bestellt. Im Vorfeld der Wahlen erwacht so mancher Grossrat und so manche Kantonsrätin aus ihrem Online-Dornröschenschlaf. Dies meist erst einige Wochen vor dem Wahltag und damit zu spät, um die eigenen Botschaften online mit einer breiten Öffentlichkeit zu diskutieren. Wahlhelfer.ch hat die Online-Kommunikation der bestehenden Mandatsträger in den Kantonen Thurgau und St. Gallen im Oktober 2015 unter die Lupe genommen, um zu sehen, in welchem Kanton die Mandatsträger die Stimmbürger besser über ihre Arbeit im Parlament informieren.

Nur 40% der Parlamentarier haben eine eigene Webseite

Von 130 Thurgauer Grossräten verfügen 45 (35%) über eine Webpräsenz, im Kanton St. Gallen sind es 49 von 120 (41%). Nur ein Bruchteil dieser Webseiten weist einen aktuellen Beitrag aus dem Monat Oktober 2015 auf. 9 (20%) sind es im Kanton Thurgau und 11 (22%) im Kanton St. Gallen. Die aktivsten Webseitenbewirtschafter gehören in beiden Kantonen der SVP an. 5 von 9 aktuellen Webseiten im Thurgau und 6 von 11 aktuellen Webseiten aus dem Kanton St. Gallen werden durch Volksvertreter der SVP betrieben. 4 von 11 aktuellen Webseiten im Kanton St. Gallen gehören CVP-Vertretern.

Twitter ist bei den Parlamentariern beliebter als Facebook

28 (22%) Thurgauer Grossräte tummeln sich auf Twitter und 11 (8%) verfügen über eine öffentliche Facebook-Fanseite. Auch hier schwingen die St. Galler auf Twitter (32/27%) und Facebook (18/15%) obenaus. Bei der Aktualität der Profile sind die Unterschiede noch deutlicher. Während 41% der Twitter-Profile von St. Galler Kantonsräten im Oktober 2015 aktiv bewirtschaftet wurden, waren es im Thurgau lediglich 25%. Insgesamt interagierten die St. Galler 383 Mal (Thurgau 300) mit ihren Wählern auf Twitter und bedienten dabei mit ihren Botschaften durchschnittlich 76 Follower (Thurgau 56).

Die aktivsten Volksvertreter heissen Diana Gutjahr (SVP/TG) und Thomas Ammann (CVP/SG)

Für die Krönung der aktivsten Thurgauer Grossräte und St. Galler Kantonsräte wurden alle Parlamentarier berücksichtigt, die eine aktuelle Webseite mit einer Verknüpfung zu Twitter oder Facebook haben und mindestens auf Twitter oder Facebook aktiv sind. Gezählt wurden die Anzahl Beiträge auf der eigenen Webseite, Twitter und Facebook. Im Kanton Thurgau ist die Vizepräsidentin des Thurgauer Gewerbeverbandes, Diana Gutjahr (SVP), Online-Königin. Sie platzierte im Oktober 2015 4 Webseitenbeiträge und war auf Twitter 31 Mal und Facebook 16 Mal aktiv. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen SVP-Grossrat Urs Martin (2/27/8) und Josef Gemperle (3/0/25) von der CVP. In St. Gallen stellt die CVP den König: Der mittlerweile in den Nationalrat gewählte Kantonsrat Thomas Ammann (8/30/17) gewinnt vor SVP-Kantonsrat Ivan Louis (4/23/6) und Linus Thalmann von der SVP (5/10/0).

Die Welt muss nicht neu erfunden werden

Im Vergleich zu nationalen Wahlen ist die Bedeutung von Online-Kommunikation bei kantonalen Wahlen geringer und das persönliche Gespräch nimmt einen noch grösseren Stellenwert ein. Trotzdem ortet Wahlhelfer.ch Potenzial: Mit wenigen Ausnahmen nutzen Thurgauer und St. Galler Parlamentarier das Potenzial von Online-Kommunikation unzureichend oder gar nicht. Natürlich wird sie das persönliche Gespräch nie ersetzen. Sie stellt aber eine fantastische Möglichkeit dar, um mit wenig Aufwand mehr und vor allem auch neue Wähler zu erreichen.


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