Kanton Schwyz bietet Hand im Kanti-Streit

veröffentlicht am Mittwoch, 30.04.2014

Zürichsee-Zeitung

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Replik auf den Vorschlag von Regierungsrat Benedikt Würth

Vordergründig scheint es wie der ideale Kompromiss: 200 bis 250 Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Rapperswil-Jona sollen gemäss dem letzte Woche veröffentlichten internen E-Mail von Regierungsrat Benedikt Würth (CVP) im Kanton Schwyz an die Kanti gehen. Damit könnten vermeintlich viele an der Diskussion beteiligte Personen zufriedengestellt werden. Wattwil könnte seine Kanti behalten und die Rapperswiler hätten einen etwas kürzeren Schulweg. Leider berücksichtigt Regierungsrat Würth bei seinen Überlegungen die indirekten Auswirkungen nicht.

Kritische Grösse einer Kantonsschule

Durch den Wegfall von 200 bis 250 Schülerinnen und Schüler würde die Kanti Wattwil die notwendige kritische Grösse nicht mehr erreichen. Gewisse Fächer und Klassen könnten wahrscheinlich nicht mehr angeboten werden. Die Schule würde an Qualität und damit an Renommee verlieren. Der Kompromiss wäre eine kurzfristige Lösung auf Kosten der Bildungsqualität kommender Generationen in der Region.

Kosten wären höher als heute

200 bis 250 Schülerinnen und Schüler benötigen Lehrer – diese Stellen würden im Kanton Schwyz geschaffen, was wahrscheinlich in den meisten Fällen auch zusätzliche Steuereinnahmen für den Kanton Schwyz bedeuten würde. Gerade für den Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements des Kantons St. Gallen müsste es wichtig sein, Arbeitsstellen und Steuerzahler im Kanton zu halten. Zudem dürften auch die Kosten pro Schüler deutlich höher sein als die bisherigen rund CHF 6‘000.00 jährlich. Aktuell ist der Austausch nur darauf ausgerichtet, die Klassengrössen vernünftig auszugleichen.

Schlechteste Möglichkeit

Aus den genannten Gründen ist der Vorschlag von Benedikt Würth abzulehnen. Es wäre die schlechteste Möglichkeit, die bisher in der Debatte um den zukünftigen Standort der Kanti Wattwil auftauchte. Die Massnahme ist nur kurzfristig gedacht und würde nur Personen aus Rapperswil-Jona geringe Vorteile bringen. Für die Schülerinnen und Schüler aus dem restlichen Linthgebiet und dem Toggenburg würden grosse Nachteile entstehen. Interessant ist, dass Benedikt Würth angeblich bereits seit einiger Zeit für eine solche Lösung eintritt und nicht von den überwiegenden Gegenargumenten überzeugt werden kann. Vielleicht sollte man ihm gelegentlich mitteilen, dass er mittlerweile nicht mehr Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, sondern Regierungsrat des gesamten Kantons St. Gallen ist.

Ivan Louis, Nesslau


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