Kanti Wattwil - sterben auf Raten?

veröffentlicht am Mittwoch, 12.06.2013

Toggenburger Tagblatt

PDF: Kanti Wattwil - sterben auf Raten?


Leserbrief zu den Sparübungen des Kantons in Bezug auf die Kantonsschule Wattwil

Verschiedenste Zeitungsberichte, Aussagen vom Kanton und Gerüchte sagen nichts Gutes voraus. Sparbemühungen in Ehren, aber es kann doch nicht sein, dass an der Kanti die WMS abgeschafft und an zwei Orten zusammengefasst werden soll. Die WMS ist ein Grundpfeiler für die Wirtschaft von ausgebildeten Personen, die direkt nach der Kantonsschule ins Berufsleben einsteigen. Diese Ausbildung soll aus Spargründen zusammengefasst werden. Es ist schon klar, Kantilehrer bringen nicht wie Polizisten Geld in die Staatskasse. Es kann doch nicht sein, dass eine Schule, die dringend saniert werden müsste, mit diesen Unzulänglichkeiten weiterleben soll, aus Spargründen. Ausser man hätte einen Plan für die Zukunft, den man nicht gerne in der Öffentlichkeit diskutiert sieht. Und genau das unterstelle ich unserer Regierung in St. Gallen. Der Plan, die kostspielige Sanierung zugunsten einer neuen Kanti in der Linthebene aufzuschieben. Wenn man die Verschiebungen in der BWZT in Wattwil sieht, welche Berufe in den letzten Jahrzehnten abgezogen wurden, schwant mir Schlimmes mit der Kantonsschule in Wattwil.

Wattwil ist ein idealer Schulstandort. Mit der ausgezeichneten Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist Wattwil im Zentrum des Einzugsgebietes der Schüler. Selbst aus Rapperswil ist die Schule in weniger als einer halben Stunde zu erreichen und die Schule befindet sich praktisch direkt beim Bahnhof. Die Kanti Wattwil bietet auch über 100 qualifizierte Stellen an, welche wir im mittleren Toggenburg unbedingt brauchen und denen wir Sorge tragen sollten. Ein wirklich starker Punkt, nämlich gute Schulausbildung würde damit dem Toggenburg entzogen. Nur hohe Steuern und eine intakte Umwelt werden nicht viele Arbeitnehmer und Investoren ins Toggenburg locken, und gerade auch die brauchen wir, um eine gesunde Wirtschaft erhalten und ausbauen zu können. Liebe Toggenburger, denkt daran, wir leben nicht primär von Tourismus und Landwirtschaft, wir leben vor allem vom Gewerbe und der Industrie im Toggenburg. Und es soll mir keiner sagen, dass er nicht für seine Kinder eine gute Ausbildung in der Schule oder im Beruf erhalten will. Dazu gehört es, dass wir exzellente Ausbildungsstätten und Unternehmen haben, die dies ermöglichen. Ein Tod auf Raten, wollen und dürfen wir nicht zulassen. Dies fängt mit der Schulbildung an und hört mit der Abwanderung auf.

Wenn wir nur noch grüne Wiesen haben und alle unsere Jugendlichen wegziehen, wird das aber geschehen. Es ist an der Zeit sich wieder einmal Luft zu machen, sich gegen solche Tendenzen zu wehren und zwar bevor diese eintreten. Auch hier heisst es wieder regional zusammen zu stehen, denn diese Probleme treffen nicht einzelne Dörfer und Gemeinden, diese Probleme betreffen uns alle.

Ruedi Bannwart

im Namen des Vorstandes

der Arbeitgebervereinigung Region Toggenburg


Kanti Wattwil - sterben auf Raten? (Mittwoch, 12.06.2013)

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